LifeTime Journal

Deutschlands modernste Arztpraxen: Zahnärztin Dr. Katy Düsterhöft vom Dentologicum im Interview

Dr. Katy Düsterhöft ist Zahnärztin sowie eine der vier geschäftsführenden Gesellschafter des MVZ Dentologicum in Hamburg-Bahrenfeld. Das medizinische Versorgungszentrum ist seit der Gründung im Jahr 2012 auf Zahnmedizin sowie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie spezialisiert. Rund 20 Zahnärzte und Ärzte und ca. 100 weitere Mitarbeiter sind im Dentologicum beschäftigt. Seit Januar 2017 ist die Klinik mit LifeTime-Hubs ausgestattet.

Frau Dr. Düsterhöft, warum haben Sie sich dazu entschieden, LifeTime für das MVZ Dentologicum zu nutzen?

Produkte wie LifeTime passen in die allgemeine moderne Entwicklung. Fast jeder besitzt ein Smartphone und damit die Möglichkeit, auf einfachem Wege Daten hin und her zu transportieren. Da wir ein großes MVZ sind, kommunizieren wir sehr viel mit anderen Praxen, teilweise über E-Mail, Telefon oder per Post. Viele Befunde von Neupatienten müssen wir oftmals erst anfordern, sie liegen somit nicht schon am Ersttermin vor. Das ist sehr aufwendig und ungünstig. Insbesondere im Hinblick auf die Größe unseres Unternehmens. Wir haben einen hohen Verwaltungsaufwand, der mit LifeTime minimiert wird.

Wie digitalisiert sind die deutschen Zahnarztpraxen Ihrer Meinung nach?

Zahnärzte gehören zu den innovativeren Ärzten. Das mag daran liegen, dass es in der Zahnmedizin viele technische Entwicklungen gibt. Unsere Röntgenbilder stellen wir schon lange digital her. Auch die Patientenakten bestehen in digitaler Form. So können unsere Ärzte von jedem Computer unserer Klinik die Patientenakten inklusive Röntgenbilder einsehen. Wir sind quasi eine papierlose Klinik. In kleineren Zahnarztpraxen sieht es dagegen noch anders aus.

Ärzte können Röntgenbilder nun digital an den Patienten weitergeben. Fragen Patienten gezielt danach, ihre Unterlagen mitnehmen zu können?

Wir geben die Röntgenbilder nur auf besonderen Wunsch weiter. Ansonsten sind wir Mediziner für die Dokumentation der Unterlagen zuständig. Die Verwaltung der Behandlungsdaten ist die Pflicht des Arztes. Deswegen ist es nicht weit verbreitet, dass Patienten ihre Daten mitnehmen.

Derzeit liegt die Hoheit über die Patientendaten beim Arzt. Ist das Ihrer Meinung nach begrüßenswert?

Nein, in akuten Fällen wäre es durchaus ein Vorteil, wenn alle Daten bereits vorliegen. Wenn beispielsweise ein Schmerzpatient zu uns ins MVZ kommt und wir Röntgenbilder erstellen, kann er diese danach wieder zu seinem Stamm-Zahnarzt mitnehmen. Dadurch lassen sich Doppeluntersuchungen vermeiden, womit Krankenkassen viele Kosten einsparen könnten. Die direkte Weitergabe minimiert zudem den organisatorischen Aufwand. Man denke daran, dass die Verwaltung am Wochenende beispielsweise nicht besetzt ist. Andersherum wäre es auch für uns Zahnärzte interessant, zum Beispiel eine Aufnahme der Nasennebenhöhlen oder ein Blutbild zu sehen. Es wäre sehr sinnvoll, wenn Patienten solche Informationen bei ihrem Zahnarztbesuch mitnehmen würden.

Glauben Sie, dass sich dafür etwas im Bewusstsein der Patienten ändern sollte?

Für viele Patienten sind Ärzte immer noch die Götter in Weiß, die allwissend sind. Mit dieser Mentalität geben Patienten ihre eigene Verantwortung an den Arzt ab. Eigenverantwortung steht nicht genug im Fokus. Das ist meiner Meinung nach ein großer Fehler, weil wir Ärzte heutzutage gar nicht mehr in der Lage sind, alles für den Patienten zu verwalten. Das ist nicht zu schaffen. Eigentlich bedarf es fast schon einen Patienten-Manager, der die Verwaltungsaufgaben übernehmen kann.

Meinen Sie, die Eigenverantwortung der Patienten wird sich in Zukunft ändern, wenn er die Möglichkeit hat, Herr seiner eigenen Gesundheitsdaten zu sein?

Uns ist in erster Linie ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis wichtig. Wir wollen den Patienten nicht abwimmeln und ihm seine Röntgenbilder und Co. von Anfang an mitgeben. Wir gehen nun mal nicht davon aus, dass er gesundheitliche Probleme bekommt und einen anderen Arzt besucht. Ich denke, man muss vorsichtig damit sein, den Patienten von vornherein aktiv dazu zu motivieren, alle seine Daten mitzunehmen. Das kann das Gegenteil bewirken, von dem was wir wollen: Wir wollen kein Zahnarzt-to-go sein.

Einerseits wollen Ärzte keine Praxis-to-go anbieten, andererseits sollen aber die Patienten über ihre Daten verfügen. Wie löst man diesen Konflikt?

Da dieses System der selbstverständlichen Datenweitergabe an Patienten noch nicht etabliert ist, spreche ich aus heutiger Sicht von einer Praxis-to-go. Aktuell gibt es leider nur wenige Patienten, die ihr Smartphone dafür nutzen.

Dafür muss es Vorreiter geben.

Klar, das sehe ich auch so. Ich sehe einen großen Bedarf und auch ich hätte gerne alle meine Daten parat. Dann müsste ich nicht mehr lange überlegen, welche medizinischen Eingriffe ich beispielsweise hatte. Für mich sind die Patienten das oberste Gebot. Sie sollten immer im Fokus stehen. Deswegen wünsche ich mir, dass Zahnärzte und Ärzte ganzheitlich und vernetzt behandeln. Der Blick von seinem Fachbereich über den Tellerrand hinaus ist enorm wichtig. Ärzte arbeiten bislang noch nicht interdisziplinär genug. Ich hoffe, dass sich das in Zukunft ändern wird.

 

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Janika Ebmeyer

Public Relations & Content bei LifeTime