LifeTime Journal

Deutschlands modernste Arztpraxen: Praxismanagerin Martina Groneberg im Interview

Martina Groneberg ist als Praxismanager bei der Neurologie Neuer Wall Dr. Bredow & Partner in Hamburg im Einsatz. Die Fachärzte für Neurologie und Psychiatrie diagnostizieren und therapieren neurologische Erkrankungen, seelische Erkrankungen mit biologischem oder psychologischem Ursprung, führen Vorsorgeuntersuchungen durch und beraten zu Präventionsmaßnahmen. Den reibungslosen Ablauf verantwortet Martina Groneberg, die unter anderem die Digitalisierung der Praxis vorangetrieben hat.

Frau Groneberg, Sie waren unter den ersten Nutzern des LifeTime Hubs. Welche Vorteile hat Ihnen diese Anwendung bisher gebracht?

Eine Erleichterung ist, dass Patienten, die die App nutzen, nicht mehr mit einem Berg von Befunden zu uns kommen, die wir kopieren und einscannen müssen. Stattdessen werden die Unterlagen digital abgelegt. Durch die Möglichkeit einer Zwischenablage können unsere Ärzte auswählen, welche Dokumente sie haben möchten. Das ist besonders in einer Facharztpraxis wichtig, weil ein Facharzt nicht unbedingt alle Unterlagen braucht. Uns interessieren vor allem neurologische Befunde, daher ist die Vorselektion mit Hilfe der App ein großer Vorteil für uns. Enorm wichtig ist es auch, dass der Patient es selbst in der Hand hat, welche Daten er für uns freigibt. Schließlich gibt es sowohl Menschen, die alles voneinander teilen wollen, als auch jene, die große Bedenken dabei haben. Wir als Arztpraxis sind zwar ein Ideengeber für diese App, aber der Patient entscheidet letztendlich selbst, ob er seine Daten mit uns teilt.

Werden Sie denn häufig auf das Thema Datenhoheit von den Patienten angesprochen?

Eher nicht. Die Leute finden es cool, diese App zu haben. Bis jetzt hatten wir noch nicht so viele Patienten, die sich Gedanken um Datenschutz gemacht haben. Patienten, die App-affin sind, machen sich darüber keine Sorgen.

Wie ist denn das Feedback der Patienten?

Durchweg positiv. Die meisten sind euphorisch. Auf unserer Facebook-Seite teile ich das Thema auch sehr gerne und es wird gut angenommen.

Im Social Web sind Sie also schon aktiv. Wie digitalisiert ist die Praxis Neurologie Neuer Wall darüber hinaus?

Sie war schon gut aufgestellt als ich vor fünf Jahren kam, aber jetzt haben wir alles digitalisiert. Das erste Vorhaben, das wir umgesetzt haben, war eine digitale Patientenakte, für die wir alle Papierdateien ins Digitale überführt haben. Dieses große Projekt haben wir erfolgreich hinter uns gebracht und heute sind wir vollkommen digital und mit bestimmten Sicherungssystemen ausgestattet.

Ist eine digitale Patientenakte schon in allen Praxen gang und gäbe?

Jüngere Praxen sind im Vergleich zu älteren eher digitalisiert. Herr Dr. Bredow hat erst kürzlich sein 20-jähriges Praxisjubiläum gefeiert. Wir sind also zu einer Zeit gestartet, in der IT noch in den Kinderschuhen steckte. Insofern glaube ich, dass viele Praxen, die schon länger bestehen, sich nicht an ihre Digitalisierung herantrauen. Als ich hier anfing, hieß es auch, dass das nicht gehe. Ich habe aber bewiesen, dass es sehr wohl funktioniert. Ich glaube, bei vielen besteht immer noch eine Angst vor diesem großen Schritt.

Betrifft diese Angst den großen organisatorischen Aufwand oder den Datenschutz?

Es geht um den Prozess. Ich glaube nicht, dass Datenschutz ein Problem ist, weil viele Praxen online vernetzt sind und mit einem Server arbeiten. Ich glaube, dass die Angst vor dem Aufwand dahinter steckt. Es stellt sich die Frage, wer diese Aufgabe übernehmen soll. Die Medizinischen Fachangestellten (MFA) haben bereits viel zu tun. Hier muss eine Praxis erst einen vernünftigen Plan entwickeln.

Welche nächsten Schritte sind für die Digitalisierung Ihrer Praxis geplant?

Wir sind bereits auf einem wirklich guten Stand. Wir haben beispielsweise viele Anleitungen und Hinweise für Patienten digitalisiert und personalisiert. Ich kann also eine Anweisung über eine bestimmte Medikamentendarreichung ausdrucken und dem Patienten aushändigen. Eine andere Möglichkeit ist, diese Informationen digitalisiert über LifeTime zu übergeben. Beides ist möglich. Als nächstes folgen Schritte, die das E-Health-Gesetz betreffen wie der digitale Arztbrief. Unsere Praxis betrifft das besonders, weil wir ein sehr hohes Aufkommen an solchen Briefen haben.

Welche weiteren Änderungen im Rahmen des E-Health-Gesetzes sind für Sie interessant?

Ich bin ein Fan von dem Medikationsplan für Patienten. Das gab es bei uns auch schon vorher. Alles was im Rechner ist, können wir nun über LifeTime weitergeben.

Beim Thema Datenschutz machen Sie sich also keine Sorgen?

Nein, aus unserer Sicht nicht. Unsere Patienten buchen seit sechs Jahren Online-Termine. Auch hier sind die Daten verschlüsselt. Darüber machen wir uns keine Gedanken mehr. Ich sage immer: Diejenigen, die sich irgendwo einhacken wollen, kommen auch ins Weiße Haus. Es gibt in unserer digitalen Welt nun mal keine absolute Sicherheit. Aber die gibt es auch nicht, wenn jemand in unsere Praxis einbricht und eine Papierdatei klauen will. Der Patient sichert sein Handy normalerweise mit einem PIN-Code. Zusätzlich ist die LifeTime App verschlüsselt und mit einem PIN-Code geschützt. Es gibt also eine doppelte Sicherung.

Heutzutage nutzen viele Smartphone-User Health-Apps. Glauben Sie, dass medizinische Applikationen bald wie Medikamente von Ärzten empfohlen werden?

Wenn ich an unser Tagesgeschäft denke, kann ich mir vorstellen, dass Apps über Multiple Sklerose, für Achtsamkeit oder mentales Training vom Arzt vorgeschlagen werden. Es gibt viele Anwendungen, speziell im MS-Bereich, die für Patienten interessant sind.

Welchen Rat haben Sie für Ihre Kollegen, die mit der Digitalisierung ihrer Praxis noch nicht soweit vorangeschritten sind?

Buchen Sie mich (lacht)! Ich denke, dass es bei der Digitalisierung einer Praxis wichtig ist, sich einen guten Plan zu machen oder machen zu lassen. Also kein Vorgehen nach dem Motto ‚Wir müssen mal…’ und dann den MFA Aufgaben aufdrücken. Vielmehr sollten sich Praxen überlegen, was sie wollen, wie sie es wollen und in welchem Zeitfenster. Dafür ist ein Plan wichtig und dann ist eine Umsetzung in allen Fällen möglich.

 

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Janika Jonka

Public Relations & Content bei LifeTime