LifeTime Journal

Patienten zwischen Datenschutz und Datenhoheit

Mit dem Argument des Datenschutzes wurden bislang viele digitale Innovationen gestoppt. Offenbar treibt das Thema viele Menschen um. Fast jedem Zweiten fehlt das Vertrauen, dass persönliche Daten, die digital übermittelt und gespeichert werden, sicher sind und nicht in falsche Hände geraten. Das zeigt das Healthcare-Barometer der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, die jährlich mehr als 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren zu Gesundheitsthemen befragt. An der Skepsis gegenüber der Digitalisierung ändert offensichtlich auch das neue E-Health-Gesetz nichts. Dieses schreibt Sicherheitsstandards fest und bildet den rechtlichen Rahmen für die Telemedizin und die elektronische Gesundheitskarte. Nur 22 Prozent der gesetzlich Versicherten und 14 Prozent der Privatversicherten begrüßen dieses Gesetz ohne Einschränkung. 47 Prozent der Privatversicherten und 43 Prozent der gesetzlich Versicherten sind jedoch nach wie vor misstrauisch.

Digitalisierung erleichtert Arzt-Patienten-Kommunikation

„Die enormen Vorteile, die die Digitalisierung für den Gesundheitsmarkt bringt, sind vielen bisher offenbar noch nicht bewusst“, sagt Dr. Johannes Jacubeit, Mitgründer und Inhaber der Hamburger connected-health.euGmbH. „Die digitale Übertragung von Unterlagen erleichtert deutlich die Kommunikation zwischen Patienten, Hausarzt, Facharzt und Klinik. Dadurch bleiben dem Patienten viele Wege erspart. Hinzu kommt das Recht des Patienten auf informelle Selbstbestimmung. Ihm alleine obliegt die Hoheit seiner Daten.“ Diesen Leitgedanken hat sich Dr. Johannes Jacubeit zu eigen gemacht und gewährt Usern mit seiner LifeTime App Zugriff auf ihre Daten. „Dabei ist Datensicherheit das oberste Gebot. Bislang übersenden viele Ärzte Patientendaten per E-Mail und Fax. Dabei besteht die Gefahr, dass die enthaltenen Informationen an Unbefugte gelangen, wenn Mediziner keine zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen treffen“, so Dr. Johannes Jacubeit.

Bei LifeTime werden die Patientendaten daher nur auf dem sogenannten LifeTime Hub und in der App auf dem Smartphone des Users gespeichert. Auf dem LifeTime Hub liegen die Daten temporär vor und werden nach wenigen Stunden automatisch gelöscht. Die relevanten Dokumente hat der Arzt dann bereits wie bisher in seinem System gespeichert.

Auf Patientenseite liegen die Daten verschlüsselt auf dem Smartphone. Nur Sie können Ihre Dokumente mit einem persönlichen Zahlencode oder Fingerabdruck öffnen. Dadurch hat kein Dritter Zugriff auf die medizinischen Daten — auch nicht im Falle eines Diebstahls.

Versicherte erwarten mehr Service in Arztpraxen

Laut der PwC-Studie genießt das deutsche Gesundheitssystem grundsätzlich einen großen Vertrauensbonus. Wie im Vorjahr zählt es nach Einschätzung von mehr als der Hälfte der Befragten zu den drei besten weltweit. Ebenso viele vergeben für die Qualität der Krankenhäuser Bestnoten. Knapp 80 Prozent sind der Meinung, von ihrer Krankenversicherung alle nötigen Leistungen zu erhalten, 89 Prozent sind mit ihrer Krankenversicherung insgesamt zufrieden. Eine private Zusatzversicherung hat bisher jedoch nur ein Drittel der gesetzlich Versicherten abgeschlossen.

Kritik entzündet sich allerdings in punkto Service: 45 Prozent der Versicherten (2015: 43 Prozent) stören sich daran, dass sich der Arzt zu wenig Zeit für sie nimmt. Auffällig ist vor allem die wachsende Unzufriedenheit unter Privatversicherten. Ihr Anteil ist innerhalb eines Jahres von 22 auf 29 Prozent und damit um fast ein Drittel gestiegen. Die Befragten bemängeln auch Praxisöffnungszeiten, die sich zu wenig an den Bedürfnissen der Patienten orientieren. „Neben der Kompetenz des Arztes spielt der Service eine immer wichtigere Rolle. Arztpraxen sind deswegen gut beraten, ihre Abläufe zu überprüfen — auch was die Weitergabe von Patientendaten betrifft“, rät Dr. Johannes Jacubeit.

Janika Jonka

Public Relations & Content bei LifeTime