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M-Health: Patienten sind offen für Daten-Weitergabe an Ärzte

In der Vergangenheit waren vor allem die hohen Anforderungen an den Datenschutz eine wesentliche Ursache für die schleppende Umsetzung großer E-Health-Projekte. Dabei sind nicht nur Datenschützer, sondern auch Ärzte als skeptisch. Viele ältere Mediziner lehnen digitale Lösungen aus Sorge um die verwendeten Daten ab. Patienten sind da bereits deutlich aufgeschlossener. Das zeigt die gemeinsame Studie ‚Mobile Health – Mit differenzierten Diensten zum Erfolg‚ von Deloitte und Bitkom. Im Rahmen dieser Untersuchung haben das Consulting-Unternehmen und der Digitalverband 2.000 Konsumenten in Deutschland befragt.

Ärzte genießen hohes Vetrauen

Die Offenheit der Patienten, ihre Daten zur Verfügung zu stellen, hängt demnach stark vom Adressaten der Daten ab. Akteure des Gesundheitsmarktes genießen einen großen Vertrauensvorschuss – insbesondere Ärzte. Lediglich neun Prozent der Deutschen würden mobil erhobene Gesundheitsdaten nicht mit ihrem Arzt teilen. Von den chronisch Kranken sind es sogar nur sechs Prozent. Größer ist die Zurückhaltung allerdings gegenüber der eigenen Krankenkasse. Dieser würden 44 Prozent „eher nicht“ oder „auf keinen Fall“ ihre Daten zur Verfügung stellen.

Auch Gerätehersteller und Internet-Konzerne müssen erst noch Überzeugungsarbeit leisten. Denn: Rund 75 Prozent der Befragten stehen der Weitergabe von Gesundheitsdaten an diese Anbieter-Gruppen negativ gegenüber. Lediglich jeweils sieben Prozent sind grundsätzlich zum Teilen bereit. Laut der Studie müssen die betroffenen Akteure folglich Datenschutz und -sicherheit betonen und über transparente Anwendungen Vertrauen schaffen.

M-Health Grafik-Bitkom_Deloitte_Mit wem Gesundheitsdaten teilen
Akteure aus dem Gesundheitsmarkt genießen bei Konsumenten großes Vertrauen – insbesondere Ärzte.

Passgenaue Angebote sind gefragt 

Die Verbreitung von mobilen, internetfähigen Geräten ist in Deutschland nahezu flächendeckend. Ein weiteres Wachstum von M-Health ist dennoch kein Selbstläufer. Viele Verbraucher sehen in den Angeboten nämlich noch nicht den Mehrwert, der die teilweise hohen Preise für die Hardware rechtfertigt. Tatsächlich zielt der größte Teil der bisherigen Anwendungen auf das Tracking von Fitness-Aktivitäten, das Coaching und die Motivation der Nutzer. Diese Anwendungen sind darauf angelegt, mit einfachen, spielerischen Mitteln ein breites Publikum anzusprechen.

Es braucht intelligente Kooperationsmodelle

„Großes Potenzial im M-Health-Bereich verspricht die Echtzeit-Übermittlung regelmäßig mobil erhobener Vitaldaten an Ärzte. Auf dieser Basis werden fundiertere Diagnosen und Entscheidungen möglich“, sagt Dr. Bernhard Rohleder, Bitkom-Hauptgeschäftsführer.

Die Komplexität des Gesundheitssystems sei hierbei jedoch eine große Hürde. Um das volle Potenzial von Mobile Health auszuschöpfen, könnten laut dem Bitkom-Chef anbieter- und branchenübergreifende Kooperationen der Schlüssel sein.

Drei wesentliche Zielgruppen für M-Health

Mobile Gesundheitsanwendungen sind laut der Studie derzeit v.a. für drei Gruppen von Interessenten verfügbar: sportlich Aktive, chronisch Kranke und Übergewichtige. Bei der Weiterentwicklung digitaler Angebote spielen Gerätehersteller, Krankenkassen, Telekommunikationsanbieter, Pharmaindustrie, Internetfirmen und Start-ups, die sich auf die App-Entwicklung spezialisiert haben, eine wichtige Rolle. Die Studienautoren sehen vor allem Digitalunternehmen in einer Schlüsselrolle im Zusammenspiel mit den einzelnen Akteuren.

Janika Ebmeyer

Public Relations & Content bei LifeTime