LifeTime Journal

Deutschlands modernste Medizinlabore: Laborarzt Dr. Jens Heidrich im Interview

Dr. med. Jens Heidrich ist Facharzt für Laboratoriumsmedizin und Hämostaseologie. Er leitet ein medizinisches Labor in Hamburg. Unabhängig von großen Laborkonzernen bietet das Labor Dr. Heidrich & Kollegen mit seinen 90 Mitarbeitern ein großes Spektrum an Laboranalytik mit den Schwerpunkten Hämostaseologie, Autoimmundiagnostik, Mikrobiologie sowie Stuhl- und Molekulardiagnostik an. Seit Anfang des Jahres verwendet die Laborärzte im Labor Dr. Heidrich & Kollegen LifeTime.

Herr Dr. Heidrich, wie nutzen Sie als Laborärzte LifeTime?

Für uns ist es von besonderem Interesse, unsere Labor-Befunde in einer angemessenen Form Patienten und Ärzten schnell und sicher zur Verfügung zu stellen. Labore spielen eine große Rolle in der Medizin: An 60 bis 70 Prozent aller Diagnosen und Therapie-Kontrollen sind Labore beteiligt. Wenn man genau hinschaut, sind Laborärzte die am häufigsten kontaktierte Fachärzte in Deutschland. LifeTime bietet gerade für chronisch Kranke die Möglichkeit, wichtige Laborwerte bei sich zu tragen und in ihrem Smartphone ständig zur Verfügung zu haben. Dies betrifft beispielsweise Diabetiker, Patienten mit schweren Autoimmunerkrankungen oder onkologische Patienten, die von vielen verschiedenen Ärzten ambulant oder in der Klinik behandelt werden. Reibungsloser und fehlerfreier Datenaustausch ist hier für Arzt und Patient wichtig.

Welchen Vorteil bringt es, wenn Patienten ihre Gesundheitsdaten bei sich tragen?

Wir können Vorwerte leicht in unser System überführen und unsere Befundauswertungen können die Vorbefunde mit berücksichtigen. Dadurch steigt die Qualität. Viele Privatpatienten, die von einem Facharzt für Labormedizin beraten werden möchten, gehen immer häufiger direkt in ein Labor. Sie schätzen es sehr, unsere Ergebnisse direkt auf Ihrem Smartphone im Zugriff zu haben.

Welcher Aspekt überzeugt Sie von LifeTime?

Entscheidend ist, dass Patienten mit LifeTime die Hoheit über ihre Daten erhalten — im Gegensatz zur elektronischen Gesundheitskarte. Dort hat der Patient nur sehr begrenzt Kontrolle darüber, was sich auf der Karte befindet und was übermittelt wird — zumindest noch nicht. Mit LifeTime haben die Nutzer dagegen die volle Kontrolle und die Gesundheitsdaten immer bei sich.

Welche Möglichkeiten hatten Patienten vor LifeTime, ihre Daten bei sich zu tragen?

Bisher haben wir die Daten in Papierform sowie mit unserem Laborsystem übermittelt. Einsendende Ärzte bekommen von uns eine Labor-App und haben so alle Werte von Ihren Patienten im Zugriff. Für die Patienten bestand diese direkte elektronische Möglichkeit bisher nicht. Sie bekommen die Werte bisher per Email als PDF-Anhang übermittelt, wenn wir dazu autorisiert werden.

Meinen Sie, dass Entwicklungen wie LifeTime künftig nur einer kleinen Gruppe vorbehalten sein werden?

Ich denke, es wird sein wie mit digitalen Fernsehen oder wie die Nutzung von WhatsApp. Anfangs nutzen diese modernen Geräte und Kommunikationsmöglichkeiten nur die jüngeren Leute. Jetzt besitzt sogar mein 80-jähriger Vater ein Handy und nutzt WhatsApp. Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran und es wird immer mehr Systeme und Apps geben. Entsprechend werden Patienten auch vom Arzt erwarten, dass er Daten von einem Smartphone elektronisch in sein System übernehmen und seine Befunde für die Smartphone-Nutzung bereit stellen kann.

Bei vielen Ärzten und Patienten steht das Thema Datenschutz im Vordergrund. Wird sich diesbezüglich die Einstellung künftig ändern?

Wenn Sie richtig krank sind und leiden, ist Ihnen der Datenschutz sehr oft egal. Ich glaube, das Thema wird überschätzt und zu sehr theoretisiert. Mit Datenschutz beschäftigen sich vor allem die Jungen und Gesunden. Wenn der Patient nicht gerade prominent ist oder an AIDS oder Syphilis leidet, spielt Datenschutz oft eine untergeordnete Rolle. Ein typischer Patient will in erster Linie beschwerdefrei sein. Ihm ist egal wie viele Leute davon erfahren, Hauptsache ihm wird geholfen. Hinzu kommt, dass bereits heute viele Menschen ihre Daten preisgeben; schließlich nutzen sie Facebook, E-Mails oder sogar ungeschützte Computer in großem Umfang.

Ist der unreflektierte Umgang mit Daten kritisch zu betrachten?

Zu viel Datenschutz kann hinderlich sein, weil die Daten nicht schnell genug von A nach B transferiert werden können. Deutschland hat als Standard-Übertragungsmedium Fax und Telefon. Fax ist so unsicher wie eine Postkarte, jeder kann mitlesen. Trotzdem wird es täglich genutzt und keiner schert sich um die Datensicherheit. Und warum? Weil es wichtiger ist, zum Beispiel Arztbriefe oder Laborbefunde schnell an einen Kollegen im Krankenhaus zu übermitteln. Das steht im Vordergrund. Trotzdem müssen wir uns natürlich um die Datensicherheit Gedanken machen.

Wo stehen Arzt-Praxen in Deutschland in punkto Digitalisierung?

Ich glaube, wir befinden uns irgendwo im Mittelfeld im internationalen Vergleich. In Dänemark ist Fax bereits aus Datenschutzgründen verboten. Der Druck, in punkto digitale Medizin etwas zu verändern, ist hoch. Das Telematik-Gesetz und die Neubestrebung mit der elektronischen Gesundheitskarte unterstützen diese Entwicklung. Auch die Krankenkassen sind bestrebt, alles zu digitalisieren, weil sie dann eine bessere Kostenkontrolle haben. Sie können damit die Kostenverursacher besser in den Begriff bekommen.

In Deutschland nutzen einige Ärzte und Psychotherpeuten das KV-SafeNet. Wie stehen Sie dazu?

Das KV-SafeNet nutzt keine End-to-End-Verschlüsselung wie beim Online Banking. Aus meiner Sicht ist es eine Scheinsicherheit ohne Mehrwert. Die Ärzte geben die Verschlüsselungshoheit aus der Hand, wenige Provider, die man nicht kontrollieren kann, haben Zugriff auf sensible Daten. Ich lehne SafeNet daher ab. Ich sehe die Entwicklung des SafeNets daher sehr kritisch. Die Aktivitäten mit dem SNK und KV-Connect finde ich allerdings gut. Insgesamt finde ich die Methode, die LifeTime nutzt und bei der der Patient eine viel bessere Kontrolle hat, viel besser.

 

Möchten Sie LifeTime auch ausprobieren? Testen Sie selbst, wie einfach das digitale Senden von Befunden an Patienten funktioniert – kostenfrei und auch von zu Hause: lifetime.eu/fuer-aerzte

Janika Jonka

Public Relations & Content bei LifeTime