LifeTime Journal

Deutschlands modernste Arztpraxen: Kardiologe Dr. Dirk Krollner im Interview

Der Kardiologe Dr. Dirk M. Krollner bietet seit 2008 mit seiner privatärztlichen Praxis persönliche Beratung und Diagnostik. Er ist darüber hinaus Vorstandsmitglied im Ärztenetz Hamburg, einem Netzwerk aus Facharztpraxen und Kliniken, und gehört zu den sogenannten Early Adopter-Ärzten. Seine Arztpraxis in Hamburg-Niendorf ist seit 2016 mit LifeTime ausgestattet.

Herr Dr. Krollner, Sie gehören zu den LifeTime-Nutzern der ersten Stunde. Was überzeugt Sie an dieser digitalen Lösung?

Besonders spannend ist für mich die LifeTime Software, die seit Sommer 2017 verfügbar ist. Es ist sehr praktisch, wenn ich meinen Bericht direkt nach dem Schreiben sekundenschnell an das Smartphone des Patienten schicken kann. Dieser erhält den Brief nicht erst per Post nachdem er in der Praxis war. Auch der zuweisende Kollege muss nicht lange warten. LifeTime unterstützt die Arzt-Patienten-Kommunikation.

Inwiefern hilft es Patienten, Befunde auf dem Smartphone zu haben?

Ich habe verschiedene Einzelfälle erlebt, bei denen die LifeTime App hilfreich gewesen wäre. Kürzlich hatte zum Beispiel eine Patientin auf einer Radtour Herz­rhyth­mus­stö­rungen und wurde mit einem auffälligen EKG in eine kleine Klinik eingeliefert. Diese Auffälligkeit hatten wir bereits vor einigen Jahren abgeklärt. Da das im Krankenhaus nicht bekannt war, haben die Klinikärzte neue Untersuchungen gemacht. Dies inklusive die Sorgen, die sich die Patientin gemacht hat, hätte sie sich ersparen können, wenn sie meinen Bericht auf ihrem Smartphone dabei gehabt hätte. Gerade bei kleineren Ausflügen steckt sich niemand alte Befunde in die Tasche, das Handy hingegen schon.

Welche Befunde übergeben Sie als Kardiologe an Ihre Patienten?

Ich sende Arztbriefe, Laborbefunde sowie ältere Befunde zu. Damit können meine Patienten ihre Daten wie Cholesterinwerte direkt mit denen aus den Vorjahren vergleichen. Dies dient der Motivation. Gleichzeitig haben sie einen Überblick über ihre gesamte Patientenakte.

Einige Ärzte wollen ihren Patienten keine Befunde mitgeben, da sie diese nicht verstehen und/oder falsch interpretieren könnten.

Ärzte müssen lernen, richtig zu kommunizieren. Wenn ich einen Befund an einen Patienten mit LifeTime verschicke, rufe ich ihn nochmal an, wenn es etwas zu besprechen gibt. Manchmal befinden sich Laborwerte außerhalb der Norm, sind aber nicht besorgniserregend. Dennoch sind einige Patienten verunsichert. Je nachdem wie ich den Patienten einschätze, rufe ich auch vor dem Befundversand an. In der Medizin findet derzeit ein Wandel hin zu offener und transparenter Kommunikation statt. Wir teilen zunehmend auch Werte außerhalb der Norm mit, die nicht relevant sind. Menschen schätzen ehrliche und wertschätzende Kommunikation und wünschen sich Zugriff auf ihre Patientenakten.

Wenn Patienten von ihrem Arzt direkt ihren Befund erhalten, wissen sie, dass sie ihm vertrauen können. Und Vertrauen ist das Wertvollste was wir Patienten anzubieten haben.

Wie häufig übergeben Sie Dokumente mit LifeTime?

Ich frage jeden meiner Patienten, ob er seine Dokumente digital erhalten möchte. Da das Versenden der Dokumente so einfach ist wie Drucken, mache ich das direkt selbst. Ich beobachte, dass auch ältere Patienten die LifeTime App nutzen. Bei Schwierigkeiten rufen Sie einfach bei LifeTime an und lassen sich alles erklären. Oder sie gehen in ein Mobilfunk-Geschäft und bitten dort jemanden um Hilfe. Patienten werden kreativ und finden Wege, um die App zu nutzen. Deutlich wird: Nicht wir Ärzte bringen die Patienten dazu, digitale Anwendungen zu verwenden. Patienten fordern es und nehmen digitale Angebote an. Datenschutz ist hierbei enorm wichtig. Bei LifeTime habe ich keine Bedenken.

Wie sind die Reaktionen auf Patientenseite?

70 Prozent nehmen es positiv an, die restlichen 30 Prozent möchten lieber weiterhin Papier erhalten. Anfangs versende ich Dokumente sowohl digital als auch in Papierform. Ich erkläre jedem Patienten, dass LifeTime nicht mit einer Cloud arbeitet und die Daten nicht irgendwo ungeschützt auf einem Server gespeichert werden.

Bei wem sollte die Datenhoheit liegen: Arzt oder Patient?

Der Patient muss sich darauf verlassen können, dass sein Arzt die entsprechende IT-Struktur vorhält und er seine Daten auch Jahre später von ihm erhalten kann. Ich befürworte es ebenfalls, wenn Patienten über ihre Daten verfügen. Das ist wichtig, wenn der Arzt seine Praxis aufgibt oder keinen Nachfolger findet. Ich bin für maximale Transparenz und Offenheit. Patienten bekommen gute und schlechte Ergebnisse mitgeteilt und entscheiden selbst, ob und mit wem sie diese teilen möchte. Das ist das Tolle am LifeTime-System, da genau das damit möglich ist.

Wie ist die Resonanz von Kollegen, wenn Sie über LifeTime berichten?

Ich brauche keine große Marktforschung, um zu wissen, dass die Menschen es nutzen werden. Ich finde LifeTime gut und sehe keinen Nachteil: Für Patienten ist es kostenlos und Ärzte können sich mit einem Profil auf dem Patienten-Smartphone platzieren. Im Grunde verhält es sich ähnlich wie mit den Arztbewertungsportalen. Vor zehn Jahren haben viele Ärzte diese Portale abgelehnt. Mittlerweile haben sie erkannt, dass Patienten diese nutzen und sich darüber informieren. Im Gesundheitsmarkt gibt es viele digitale Neuerungen, bei denen sich nicht sofort der Mehrwert offenbart. Bei LifeTime kann ich dagegen direkt den Mehrwert nachvollziehen.

Wer ist der Treiber von digitalen Anwendungen im Gesundheitsmarkt?

Sowohl Patient als auch Arzt können Treiber sein. Tracken Patienten ihre Gesundheitsdaten, ist das eine viel bessere Basis, um über Therapien und deren Verlauf zu sprechen. Ich habe nichts gegen Dr. Google und Co. Sie treiben letztendlich die Patienten in die Praxen, da sie für große Unsicherheit sorgen. Die Wearable-Daten sind sehr ungenau und dienen nur zur Orientierung. Sie können aber die Motivation positiv beeinflussen.

Inwiefern verändert sich durch diese Informationsflut die Rolle des Arztes?

Das computergenerierte Wissen ist viel umfassender als der Erfahrungshorizont eines einzelnen Arztes. Analysen einer Datenbank können Diagnosen bestätigen oder dazu anregen, nochmal über einen Befund nachzudenken. Computer unterstützen Ärzte und machen Ergebnisse objektiver. Besonders in der Medizin können wir diesen Erkenntniszuwachs direkt zunutze machen. Sie ersetzen jedoch nicht die Aufgabe des Arztes, diese Befunde in der Gesamtschau der Erkrankung plausibel einzuordnen beziehungsweise zu bewerten.

 

Möchten Sie LifeTime auch ausprobieren? Testen Sie selbst, wie einfach das digitale Senden von Befunden an Patienten funktioniert – kostenfrei und auch von zu Hause: lifetime.eu/fuer-aerzte

Janika Ebmeyer

Public Relations & Content bei LifeTime