LifeTime Journal

Deutschlands modernste Arztpraxen: Dr. Tatjana Emmerich im Interview

Die Zahnärztin Dr. med. Tatjana Josefine Emmerich in München übergibt seit Mitte 2017 Röntgenbilder und Co. mit LifeTime digital an ihre Patienten. In der Interviewreihe „Deutschlands modernste Arztpraxen“ erzählt sie, welche Vorteile die Digitalisierung für ihre Patienten und ihre Arztpraxis bringt.

 

Warum sind digitale Lösungen wie LifeTime für Sie interessant?

Ich sehe den Beruf des Arztes mittlerweile aus der Perspektive eines Dienstleisters. Wir müssen künftig transparenter arbeiten und dem Patienten eine Eigenverantwortlichkeit übertragen. Der Patient wird immer stärker in seine Behandlung einbezogen.

Welche Vorteile bietet Ihnen LifeTime ?

Die Lösung führt zu einem schnellen Zugriff auf wichtige Patienteninformationen und gleichzeitig zu einer besseren medizinischen Versorgung. Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient wird transparenter. Zudem können wir mit LifeTime das Datenmanagement effizienter gestalten und dadurch Zeit sparen. Diese kommt dem Patienten zugute. Wir vermeiden unnötige Zusatzuntersuchungen und können eine bessere Medikamentenversorgung gewährleisten, weil wir Wechselwirkungen besser einschätzen können.

Warum ist es ein Vorteil, wenn Patienten ihre Gesundheitsdokumente auf Ihrem Smartphone mitbringen?

Einige meiner Patienten müssen ihre Röntgenbilder erst anfordern, um sie uns zu übergeben. Dafür müssen sie manchmal sogar Geld bezahlen. Die Ärzte begründen dies damit, dass sie aus Datenschutzgründen keine medizinischen Unterlagen per E-Mail verschicken dürfen. Hinzu kommt, dass ältere Patienten oftmals nicht wissen, welche Medikamente sie einnehmen. Manchmal fehlen auch Behandlunspläne von Wurzelbehandlungen. Diese Informationen liegen mir in vielen Fällen nicht vor. Sie sind aber relevant, um Wechselwirkungen und Doppelbehandlungen zu vermeiden.

Welche Dokumente übergeben Sie selbst an Ihre Patienten?

Wir übergeben mit LifeTime Informationen, die für den Weiterbehandeler relevant sind. Dazu gehören Röntgenbilder, Medikations- oder Behandlungspläne. Das bieten wir unseren Patienten aktiv an.

Warum sollten sich Ärzte digital aufstellen?

LifeTime ermöglicht Patienten das eigenverantwortliche Archivieren medizinischer Befunde, was uns Ärzte entlastet. Moderne Mediziner sollten sich als Dienstleister sehen und Patienten zu mehr Eigenverantwortung motivieren. Befunde stehen dadurch schneller für die Diagnostik zur Verfügung und Ärzte vermeiden unnötige Röntgenbelastung. Nicht die Ärzte, sondern die Ansprüche der Patienten sind Treiber der aktuellen Entwicklungen in der Arzt-Patienten-Kommunikation. Patienten stellen heute höhere Erwartungen an die Leistung der Heilberufler. Digital aufgestellte Praxen liefern einen Mehrwert und können sich künftig besser behaupten.

Sie sind mit Ihrer Arztpraxis auf jameda, Linkedin, Xing und Facebook präsent. Welche Vorteile liefern Ihnen soziale Netzwerke? 

Das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient in der ursprünglichen Form besteht nicht mehr. Die Persönlichkeit des Arztes rückt immer mehr in den Vordergrund und spielt auch bei Bewertungen eine Rolle. Viele kommen auf Grund von Empfehlungen. Bei der Auswahl spielt auch das soziales Engagement eines Arztes eine Rolle. Wir engagieren uns beispielsweise bei ‚Smile Care for India e.V.‘ und in einem Flüchtlingsheim. Mit solchen Projekten können Arztpraxen durch ihre Corporate Identity etwas Größeres und Nachhaltigeres darstellen.

Viele Ärzte meinen, dass sie keine digitalen Neuerungen brauchen.

Keiner kann sich diesen Entwicklungsprozessen verwehren. Vor zwei Jahren dachte ich auch, dass ich kein Smartphone benötige und es mich nur stresst. Heute sehe ich ganz klar die Vorteile. Wenn Ärzte ihre Praxis nach vorne bringen wollen, sollten sie diese Vorteile für sich nutzen. Viele Patienten suchen Ärzte über das Smartphone. Die Flexibilität nimmt zu und der Patientenstamm wird sich in den nächsten 20 Jahren massiv ändern. Patienten wechseln häufiger und bleiben nicht lebenslang bei einem Behandler. Dieser Flexibilität müssen sich die Ärzte anpassen.

Auch die Politik versucht die Digitalisierung in der Medizin voranzutreiben.

Die Initiativen der Politik führen zu mehr Bürokratisierung. Beispielsweise sind Ärzte verpflichtet, ein Qualitätsmanagement einzuführen, was einen erheblichen organisatorischen Mehraufwand bedeutet, der aber nicht vergütet wird. Viele Mediziner sehen in der Digitalisierung keine Entlastung ihrer organisatorischen und wirtschaftlichen Gesamtsituation. Viele fürchten sich vor hohen Investitionen und finanziellen Abhängigkeiten. Es mangelt an konkreten Vorstellungen, welche Veränderungen die Digitalisierung für jeden Einzelnen bringt.

Was muss aus Ihrer Sicht passieren, damit die Digitalisierung in den Arztpraxen Deutschlands ankommt?

Die Politik sollte die Standesorganisation, die Kassenzahnärztliche Vereinigung, mehr in die Pflicht nehmen. Diese sollte ihre Mitglieder beraten und die Digitalisierung so vorantreiben, dass es keine Graubereiche mehr in punkto Datenschutz gibt. Die Sorge vieler Ärzte ist, für unzureichenden Datenschutz zu haften. Bislang endet die Digitalisierung an den Grenzen der eigenen Arztpraxis. Ein strukturierter digitaler Austausch wird damit unterbunden. Wir Ärzte und Zahnärzte sollten aktiv werden und das Konkurrenzdenken, das vor allem in den Innenstädten deutscher Großstädte stattfindet, ablegen. Anstatt gegeneinander zu arbeiten, sollten wir wieder mehr zusammenarbeiten. Kein Arzt ist davor gefeit, dass sein Patient den Arzt wechselt. Darüber sollten wir nicht urteilen, sondern konstruktiv damit umgehen und uns gegenseitig unterstützen. Das wünsche ich mir.

 

Möchten Sie LifeTime auch ausprobieren? Testen Sie selbst, wie einfach das digitale Senden von Befunden an Patienten funktioniert – kostenfrei und auch von zu Hause: lifetime.eu/fuer-aerzte

Foto: Simon Malik

Janika Ebmeyer

Public Relations & Content bei LifeTime