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conhIT 2017 - Eingang

ConhIT 2017 – die Zukunft der Gesundheits-IT

Die Digitalisierung der Gesundheitsbranche ist in vollem Gange – doch wohin geht die Reise? Um einen Blick auf den Status Quo und die Zukunft der modernen Medizin zu werfen, kamen im April Experten aus Healthcare und IT in Berlin zur conhIT zusammen. Im Zentrum von Europas größter Messe und Netzwerkveranstaltung der Gesundheits-IT standen Austausch und Kooperation. Das Ziel: In der Zusammenarbeit beider Disziplinen kreative Lösungen entwickeln. Auch das Team von LifeTime war vor Ort.

Das Ziel der Reise steht fest: Der Patient steht im Mittelpunkt

Fest steht: Die Gesundheitsbranche kommt um die Digitalisierung nicht herum. Das betonte auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, Schirmherr der Messe, in seiner Eröffnungsrede. Ob Fachkongress, interaktives Seminar oder Podiumsdiskussion ‒ der Tenor der zehnten conhIT war eindeutig: Der Patient soll ins Zentrum der medizinischen Betreuung rücken und noch stärker eingebunden werden. Der erste Schritt in Richtung Patientenzentrierung wurde mit dem neuen e-Health-Gesetz bereits getan. Es trage dazu bei, Digitalisierung und Modernisierung im Gesundheitswesen schneller und verbindlicher voranzutreiben, so Gröhe. Dazu braucht es neue Anwendungen und digitale Lösungen.

Digitale Kommunikationsmöglichkeiten greifen Bedürfnisse der Patienten auf

Die Vielzahl technischer Entwicklungen und Angebote macht es deutlich: Der Gesundheitsmarkt bietet viel Potenzial für Verbesserung durch digitale Hilfsmittel. Medizinische Institutionen profitieren dabei in zweifacher Hinsicht: zum einen in Form von Prozessoptimierung. Zum anderen entsteht so eine neue Ebene der Interaktion mit dem Patienten. Denn Patienten sehen sich dank neuer technologischer Entwicklungen verstärkt selbst in der Verantwortung. Das erklärte auch Zukunftsforscherin Jeanette Huber in ihrem Vortrag. Eine erhöhte Transparenz in der medizinischen Kommunikation sorgt somit für eine stärkere Motivation seitens des Patienten. Dass Technologien, wie Apps & Co., hierzu einen entscheidenden Teil beitragen, sieht auch Hermann Gröhe und wies darauf hin, deren Potenziale künftig besser zu nutzen. Das alte Hierarchie-Verhältnis zwischen Arzt und Patient weicht in Zukunft also einem neuen, gleichberechtigten Austausch. In diesem bringt der Patient mehr Vorwissen mit, übernimmt aber gleichzeitig auch mehr Verantwortung für seine gesundheitliche Situation.

Interagierende Systeme sind nötig

Neben der Patientenzentrierung stand ein weiteres Thema im Mittelpunkt des Netzwerk-Events: die Interoperabilität. Sie gehört zu den Kernherausforderungen der digitalisierten Medizin. Denn das volle Potenzial innovativer Systeme und Lösungen kann  nur ausgeschöpft werden, wenn die einzelnen Systeme miteinander kompatibel sind. Während sich beispielsweise Patienten vor einem Klinikaufenthalt oft eine einfachere Handhabung ihrer Papierdokumente wünschen ‒ zum Beispiel mittels Smartphone ‒ stellen diese Übertragungswege für die Klinik-IT eine große Herausforderung dar. “Eine zukunftsfähige Gesundheitsbranche benötigt interoperable Systeme, die miteinander interagieren können”, so Matthias Lau, Co-Founder und CTO der connected-health.eu GmbH und Entwickler von LifeTime. Diesem Thema widmete sich auch der Vortrag von Matthias Lau und Thomas Pettinger, Projektleiter der Thieme Compliance GmbH, mit dem Titel “Das Smartphone des Patienten in der Klinik IT”.

Deutsche Gesundheitswirtschaft darf den Anschluss nicht verlieren

Trotz zahlreicher Innovationsansätze und stetiger Weiterentwicklung: Die deutsche Gesundheitswirtschaft bietet nicht gerade ideale Bedingungen, um den Nutzen neuer Technologien tatsächlich in die medizinische Praxis zu übertragen. Thomas Ballast, stv. Vorsitzender des Vorstands der Techniker Krankenkasse, bemerkte, dass Deutschland drohe, den Anschluss in der digitalen Welt zu verlieren. Die Innovationsgeschwindigkeit überfordere das Gesundheitswesen und deutsche Startups würden sich in andere Länder oder Märkte orientieren, weil dort die Chancen besser stünden.

Junge Unternehmen als Innovationstreiber

Für LifeTime bedeutete die conhIT vor allem wertvollen Austausch und Inspiration. “Auf der conhIT wurde deutlich, dass die Branche die Notwendigkeit zur Veränderung erkannt hat”, resümiert Matthias Lau. “Gespräche allein bringen noch keinen Fortschritt ‒ darum ist es an uns jungen Unternehmen, die Innovationskraft mitzubringen und neue Entwicklungen voranzutreiben.”

 

LifeTime Stand auf der Messe conhIT
Am LifeTime-Stand konnten Interessierte das System ausprobieren

 

Über die conhIT

Die conhIT – Connecting Healthcare IT, ist eine der wichtigsten Veranstaltungen für Gesundheits-IT in Europa und fand in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal auf dem Berliner Messegelände statt. Messe, Kongress und Netzwerk-Treffen bringen Firmen und Experten aus Gesundheitswirtschaft und IT sowie Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Verwaltung zusammen.

 

 

Mareike Schröder

Public Relations & Content bei LifeTime