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Was Sie als Patient wissen müssen: 5 Fakten über Patientenakten

Patientenakten lagen lange Zeit verstreut in verschiedenen Arztpraxen in verschlossenen Schränken. Nur selten ergattern Patienten einen Blick in ihre Akten. Dabei ist es sehr wertvoll, einen Überblick über die eigene medizinische Historie zu haben und diese bei Bedarf mit seinem Arzt teilen zu können. Schließlich es ist nicht immer einfach einzuschätzen, welche Informationen wann wie wichtig für den Arzt sind. Diese fünf Dinge sollten Sie über Ihre Patientenakten wissen:

  1. Welche Informationen beinhalten Patientenakten?

Während Sie beim Arzt über Ihre Beschwerden reden, schreibt der Arzt fleißig mit. Doch was schreibt er eigentlich auf?  In den ärztlichen Unterlagen sind sowohl subjektive als auch objektive Daten vermerkt. Zu den objektiven Informationen gehören zum Beispiel Röntgenaufnahmen, Computer-Aufzeichnungen, EKG, EEG und sonstige Ergebnisse aus bildgebenden Verfahren sowie Laborergebnisse. Aber auch subjektive Eindrücke des Arztes, eine vorläufige, nicht abgesicherte Verdachtsdiagnose oder persönliche Bemerkungen zum Patienten notiert der Arzt in der Akte.

  1. Darf ich meine Daten einsehen?

Manch einer würde aus purer Neugier gerne einen Blick in seine Patientenakte werfen. Andere wollen sich eine Zweitmeinung einholen oder brauchen für einen anderen Arztbesuch Kopien aus der Akte. Die gute Nachricht: Grundsätzlich darf der Arzt dem Patienten die Einsicht in seine Akte nicht verweigern. Denn nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) gilt hier das Einsichtsrecht des Patienten für objektive Aufzeichnungen. Jedoch muss der Arzt keine Einsicht in seine Aufzeichnungen zu subjektiven Eindrücke und Wahrnehmungen geben. Wenn er ein berechtigtes Interesse hat, kann er also solche Unterlagen zurückhalten.

  1. Wie lange werden meine Dokumente  aufbewahrt?

Wenn ein Arzt  in Rente geht und seine Praxis nicht weitergeführt wird, stellt sich oft die Frage: Was wird eigentlich aus den Patientendaten? Die Aufbewahrungsfristen solcher Informationen sind gesetzlich geregelt: Krankenunterlagen müssen zehn Jahre nach Abschluss der Behandlung im Archiv aufbewahrt werden, Aufzeichnungen über Röntgenbehandlungen sogar für 30 Jahre . Nach Ablauf dieser Fristen kann eine Arztpraxis die Dokumente vernichten. Für die Archivierung der Unterlagen ist der jeweilige Nachfolger des Arztes verantwortlich. Was passiert aber, wenn der Arzt stirbt und es keinen Nachfolger gibt? In diesem Fall muss der Staat dafür Sorge tragen, dass die Patientenakten archiviert oder in andere Obhut gegeben werden. In den meisten Fällen übernimmt diese Aufgabe die zuständige Ärztekammer.

  1. Darf ich meine Patientenakte zu jeder Zeit anfordern?

Sie sitzen im Behandlungszimmer und werden das Gefühl nicht los, etwas könnte nicht stimmen? Dann können Sie direkt Einsicht in Ihre Patientenakte fordern. Patienten haben einen sofortigen Informationsanspruch. Dies ist festgeschrieben im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) § 630 g Abs. 1. Demnach können Sie auch „elektronische Abschriften“ von der Krankenakte verlangen. Mediziner stehen somit in der Pflicht, schnellstmöglich Einsicht zu gewähren, Kopien anzufertigen oder eine Auskunft zur Akte zu geben. Die Kosten, die beispielsweise durch das Scannen, Kopieren oder Drucken entstehen,  kann der Arzt sich vom Patienten erstatten lassen . Diese dürfen bis zu 50 Cent pro Kopie betragen.

  1. Habe ich Anspruch auf Herausgabe der Originalakte?

Die Originalakte ist Eigentum des Arztes.  Einen Anspruch auf Herausgabe der Originalakte haben Patienten also nicht – auch nicht bei einem Arztwechsel oder Schließung der Praxis. Eine Ausnahme bilden Röntgenbilder, die zur Weiterbehandlung notwendig sind (siehe § 28 Absatz 8 Röntgenverordnung).

 

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie unter folgenden Links:

www.rechtsanwalt.com
www.aerzteblatt.de

 

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Janika Ebmeyer

Public Relations & Content bei LifeTime